Steuertransparenz im Fokus: So bereiten sich Unternehmen auf die neuen Anforderungen vor

Neue EU-Regeln verlangen mehr Offenheit bei Unternehmenssteuern – was jetzt auf Firmen zukommt
Finanzen
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3 min
Ab 2025 müssen große Unternehmen in der EU ihre Steuerzahlungen länderweise offenlegen. Das Public Country-by-Country Reporting bringt mehr Transparenz, aber auch neue Herausforderungen. Erfahren Sie, wie sich Unternehmen strategisch auf die kommenden Pflichten vorbereiten können.
Leo Thomas
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Steuertransparenz im Fokus: So bereiten sich Unternehmen auf die neuen Anforderungen vor

Neue EU-Regeln verlangen mehr Offenheit bei Unternehmenssteuern – was jetzt auf Firmen zukommt
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Ab 2025 müssen große Unternehmen in der EU ihre Steuerzahlungen länderweise offenlegen. Das Public Country-by-Country Reporting bringt mehr Transparenz, aber auch neue Herausforderungen. Erfahren Sie, wie sich Unternehmen strategisch auf die kommenden Pflichten vorbereiten können.
Leo Thomas
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Ab 2025 müssen große Unternehmen in der EU detailliert offenlegen, wie viel Steuern sie zahlen – und in welchen Ländern. Die neuen Vorschriften zur Steuertransparenz, bekannt als Public Country-by-Country Reporting (CbCR), sollen es der Öffentlichkeit ermöglichen, besser nachzuvollziehen, ob Unternehmen einen fairen Beitrag zu den Gesellschaften leisten, in denen sie tätig sind. Für viele deutsche Unternehmen bedeutet das den Beginn einer neuen Ära der Offenheit, in der Steuerfragen nicht mehr nur ein Thema für Finanzabteilungen und Behörden sind, sondern auch für Investoren, Medien und die breite Öffentlichkeit.

Was beinhalten die neuen Anforderungen?

Die EU-Richtlinie verpflichtet große Unternehmen – in der Regel mit einem konsolidierten Umsatz von über 750 Millionen Euro – dazu, jährlich offenzulegen, wie sich ihre wirtschaftlichen Aktivitäten und Steuerzahlungen auf die einzelnen Länder verteilen. Dies betrifft sowohl EU-Mitgliedstaaten als auch bestimmte Drittstaaten, die von der EU-Kommission als „nicht kooperative Steuerjurisdiktionen“ eingestuft werden.

Die Berichte müssen unter anderem folgende Informationen enthalten:

  • Umsatz, Gewinn und Zahl der Beschäftigten pro Land
  • Gezahlte und geschuldete Körperschaftsteuer
  • Eine kurze Beschreibung der Geschäftstätigkeit in jedem Land

Ziel ist es, aggressive Steuerplanung und Gewinnverlagerungen in Niedrigsteuerländer einzudämmen und das Vertrauen in die Steuerpraxis großer Konzerne zu stärken.

Warum Transparenz zum Wettbewerbsfaktor wird

Lange Zeit galt das Thema Steuern als sensibel und wurde selten öffentlich diskutiert. Doch mit dem wachsenden Fokus auf ESG (Environmental, Social, Governance) und verantwortungsvolle Unternehmensführung wird Steuertransparenz zunehmend als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung verstanden.

Investoren, Kunden und Mitarbeitende erwarten heute, dass Unternehmen ethisch handeln – auch in Steuerfragen. Eine nachvollziehbare und gut aufbereitete Steuerberichterstattung kann daher zu einem wichtigen Vertrauensfaktor werden.

Wie Steuerexpertin Anna Müller von PwC Deutschland betont: „Unternehmen, die Transparenz ernst nehmen, schaffen Vertrauen – nicht nur bei Aufsichtsbehörden, sondern auch bei Kapitalmärkten und der Öffentlichkeit. Es geht um mehr als Compliance: Es geht um Glaubwürdigkeit.“

So können sich Unternehmen vorbereiten

Auch wenn die Berichtspflicht erst ab 2025 gilt, ist es ratsam, schon jetzt mit den Vorbereitungen zu beginnen. Die folgenden Schritte helfen, rechtzeitig gerüstet zu sein:

1. Daten und Systeme analysieren

Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie alle relevanten Daten aus unterschiedlichen Ländern und IT-Systemen konsistent erfassen können. Eine zentrale Datenbasis und klare Prozesse zur Validierung sind entscheidend.

2. Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg

Steuertransparenz betrifft nicht nur die Finanzabteilung. Kommunikation, Recht, Nachhaltigkeit und Investor Relations sollten gemeinsam an der Berichterstattung arbeiten, um sowohl Genauigkeit als auch Verständlichkeit zu gewährleisten.

3. Kommunikationsstrategie entwickeln

Die Berichte werden nicht nur von Fachleuten gelesen. Daher ist es wichtig, Zahlen mit Erklärungen und Kontext zu versehen, um Missverständnisse zu vermeiden und die wirtschaftliche Realität korrekt darzustellen.

4. Von Vorreitern lernen

Einige Unternehmen – insbesondere aus der Finanz- und Energiebranche – veröffentlichen bereits freiwillig Steuerberichte. Ihre Erfahrungen können wertvolle Hinweise geben, wie man Transparenz und Wettbewerbsinteressen in Einklang bringt.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Die neuen Anforderungen bringen auch Herausforderungen mit sich. Besonders international aufgestellte Konzerne müssen sicherstellen, dass sensible Informationen geschützt bleiben und gleichzeitig die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden.

Ein weiteres Risiko liegt in der Interpretation der Daten: Eine hohe Umsatzsumme in einem Land bedeutet nicht automatisch eine hohe Steuerlast, da die Steuerpflicht von der tatsächlichen Wertschöpfung abhängt. Deshalb ist eine klare und kontextbezogene Kommunikation entscheidend, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Ein Schritt zu mehr Verantwortung

Steuertransparenz ist mehr als eine regulatorische Pflicht – sie ist Ausdruck eines umfassenderen Trends zu mehr Offenheit und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft. So wie Nachhaltigkeits- und Klimaberichte heute selbstverständlich sind, wird auch die Steuerberichterstattung bald ein fester Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung sein.

Unternehmen, die diesen Wandel aktiv gestalten, können ihr gesellschaftliches Engagement unterstreichen und ihr Ansehen langfristig stärken.

Ausblick: Von der Pflicht zur Chance

Wenn die neuen Regeln in Kraft treten, wird Transparenz zur Norm. Doch wer sich frühzeitig vorbereitet, kann daraus einen strategischen Vorteil ziehen – durch höhere Glaubwürdigkeit, bessere Beziehungen zu Stakeholdern und ein gestärktes Markenimage.

Am Ende geht es um Vertrauen. Und in einer Zeit, in der Vertrauen eine der wertvollsten Ressourcen ist, kann Steuertransparenz zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor werden.

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